Sie befinden sich hier: /Aktuell/Inhalt Heft 02-10
INHALT

Respekt & Toleranz
Liebe Leser,
wertvoll, bewertet, verwertet, entwertet, wertlos … erst wenn man darüber nachdenkt, fällt auf, welch’ große Rolle das Wörtchen Wert in unserer Alltagssprache spielt. Geht es aber darum, zu erklären, warum uns etwas wertvoll erscheint oder weshalb es aus unserer Sicht an Wert verliert – dann herrscht häufig Sprachlosigkeit.... mehr
Werner Harasta
Achtung, wertvoll!
Ein Plädoyer für den Mut zur Werteerziehung
Respekt und Toleranz – die Kinder auf der Titelseite dieser Ausgabe von „Praxis Fördern“ zeigen, wie Werte wie diese gelebt werden können. Auch und gerade im Fußball, der ja nicht nur während der WM eine wichtige Rolle im Leben vieler Jugendlicher spielt. Wo wären wir heute ohne eine Erziehung zu Werten? Dieses Plädoyer erklärt, weshalb sich diese lohnt und gibt Hinweise, wie Lehrende eine solche Erziehung erfolgreich umsetzen können.
Anette Wolf, Claudia Rayani, Sibylle Schreier
Unsere Umwelt ist uns viel wert
Wie eine Grundschule ihr Leitbild umsetzt
Klare Leitziele, bei denen der Schutz der Umwelt an oberster Stelle steht, werden in der Schule Großgründlach in Nürnberg verfolgt. Sie sind für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für die Lehrenden selbstverständlich geworden. Wie diese Ziele den Schulalltag positiv prägen und obendrein noch helfen, Energie zu sparen, wird im Folgenden beispielhaft erläutert.
Norbert Nicolaus
Geschichten, Gebete und gemeinsame Lieder
Methoden eines fächerübergreifenden (Förder-)Konzepts
Wie erhalten Kinder ein verlässliches Fundament für eine wertorientierte Lebensgestaltung? Der Autor, der lange Jahre in der Lehrerausbildung an indischen Hochschulen tätig war, hat dort ein Erziehungssystem kennengelernt, das mit seinem Ansatz weltweit immer stärker an Bedeutung gewinnt. Im Folgenden werden Methoden vorgestellt, mit deren Hilfe dieses System in Förderschulen und im integrativen Unterricht umgesetzt werden kann.
Werner Harasta, Markus Eckes
Fairplay?!
Die Fußball-WM als Anlass, faires Verhalten zu üben
Jetzt im Juni ist Anstoß für die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Sie wird wieder, ähnlich wie beim Sommermärchen 2006, Millionen in ihren Bann ziehen, die mit ihrem Team hoffen und bangen, jubeln und fluchen, auf den Schiedsrichter schimpfen oder die unfaire Gangart des Gegners bemängeln. Gerade die jüngeren Fans werden sich mit ihren Idolen identifizieren und ihnen nacheifern. Faszination Fußball.
Rüdiger Horn
Anstoß im Regenbogenland
Südafrika und die Fußballweltmeisterschaft
Südafrika ist facettenreich wie ein Regenbogen. Die Karte, die dieser Ausgabe von „Praxis Fördern“ beiliegt, zeugt von der ethnischen und landschaftlichen Vielfalt des Landes. Im Juni und Juli treffen sich hier 32 Nationalmannschaften aus aller Welt, um erstmals in einem afrikanischen Land den Fußballweltmeister zu ermitteln.
Stephanie Hölter-Sturm
Wenn die Ehre verletzt wird
Der Film „Wut“ und die Auseinandersetzung mit Werten
Soziales Lernen und die Befähigung zum gewaltfreien Miteinander gewinnen für die pädagogische Arbeit an Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler müssen in die Lage versetzt werden, die Entstehung von Konflikten besser zu analysieren, um Eskalationen entgegenwirken zu können. Die Stärkung einer positiven Ich-Identität ist wichtig, um gewalttätigem Verhalten vorzubeugen, das aus Perspektivlosigkeit und einem geringen Selbstwertgefühl resultieren kann. Viele Haupt- und Förderschüler fühlen sich als überflüssige Außenseiter. Wer wenig zu verlieren hat, für den gewinnt die eigene Ehre grundsätzlich an Bedeutung.
Frank Eichhorn
Tatenlos zusehen?
Zivilcourage als Thema im Unterricht
Schlagzeilen zu aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen können ebenso wie Bildergeschichten zum Thema Zivilcourage willkommene Anlässe sein, um eine Wertediskussion im Unterricht anzuregen. Wie dies gelingt, wird im Folgenden anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt.
Jürgen Moosecker
Knigge heute – Benehmen ist nicht langweilig
Mit Umgangsformen die Gemeinschaft stärken
Hört man „Knigge“, so denkt man an längst vergangene Zeiten oder auch „steifes Benehmen“. Ein Experiment zeigt jedoch überraschend, dass Benimmregeln à la Adolph Freiherr Knigge bei Schülern Faszination auslösen. Wie lässt sich „Knigge“ für Schüler interessant aufbereiten? Wie bereichert der „richtige Umgang mit Menschen“ (Knigge) das Schulleben und bereitet den Schülern Freude? Ein Erfahrungsbericht über ein spannendes Schulprojekt.
„Wer lehrt, wertet!“
Interview
Werte kann man nicht vermitteln: Diese provokante These vertritt Prof. Dr. Volker Ladenthin von der Fakultät Erziehungswissenschaft der Universität Bonn. Natascha Plankermann sprach für Praxis Fördern mit dem Autor des Buchs „Werteerziehung als Qualitätsdimension von Schule und Unterricht“ über den wertschätzenden Umgang miteinander, (un)mögliche Vorbilder für Jugendliche und die Aufgaben von Lehrenden bei der Werteerziehung.
Praxis-Tipp: Engagiert gegen Mobbing
700 Projekt-Teilnehmer bei „Schule ohne Rassismus“/Iris Berben ist Patin
Ein Projekt von und für Kinder und Jugendliche – so versteht sich „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC). Es bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, in dem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Nach eigener Aussage ist SOR-SMC das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Ihm gehören über 700 Schulen an, die von rund 500.000 Schülern besucht werden.
Eva Engelken
Recht § Antwort: Wie Du mir – so ich Dir?
Der Fall:
Seit Jahresbeginn ist die Stimmung in der 8. Klasse angespannt, die Schüler haben sich regelrecht in zwei feindliche Lager gespalten und immer öfter hört die Lehrerin Ausrufe wie: „Ich lasse mich doch nicht beleidigen!“ oder „Pass bloß auf, dir zahl ich’s heim!“ Obgleich die Schüler nach Rücksprache mit der Klassenkonferenz Besserung versprechen, häufen sich die Vorfälle – mal gegen die eine, mal gegen die andere Gruppe: Schüler vermissen Schulsachen, einer kommt mit einem blauen Auge in die Klasse; es fehlt eine Schultasche, die sich später verschmutzt in einer Schulhofecke findet. Dann ist eine Jacke zerrissen und immer wieder beklagen sich Schüler, man hätte sie gezwungen, mitzumachen. Noch während sich die Lehrerin und die Schulleitung mithilfe einer Erziehungsberaterin um Aufklärung bemühen, rufen mehrere Eltern an: Sie hätten Strafanzeige erstattet, weil Fahrräder zerbeult und ihre Kinder verletzt worden seien. Es stellt sich heraus, dass sich beide Schülergruppen im Recht fühlen, schließlich haben sie sich nur zur Wehr gesetzt. Sie räumen allerdings ein, dass die Dinge aus dem Ruder gelaufen seien. Die Lehrerin möchte wissen, ob die Polizei jetzt gegen jeden Schüler ein Strafverfahren einleitet oder ob es noch eine andere Lösung gibt, die langfristig den Frieden wieder herstellt.
Helmut Meschenmoser
Lernen mit Medien: „Heute war bei Dir alles völlig daneben!“
Medienbildung schafft Werte
Dieter Bohlen fährt als Promi in den Medien einen harten Kurs. Er bringt die Quote, indem er junge Menschen mit Aussagen wie „Heute war bei Dir alles völlig daneben!“ niedermacht. Unterhaltungshöhepunkte entstehen dabei durch den größtmöglichen Gesichtsverlust. In einer hochzivilisierten Gesellschaft erscheint es bizarr, dass solche Sendungen die Einschaltquoten bringen, die seitens der Werbeindustrie erwartet werden. Wie aber nehmen die zahlreichen zuschauenden Kinder und Jugendlichen, denen ständig tiefe persönliche Verletzungen präsentiert werden, das Verhalten von Bohlen auf? Kein Zweifel: Medien prägen Kinder und Jugendliche mehr denn je. Wo aber werden ihnen Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Zuverlässigkeit präsentiert?